Roman Gruber•vor 6 Stunden Aichfeldbus + Fahrrad: Bestehende Radinfrastruktur besser vernetzenAusgangslageIm Aichfeld und im Murtal gibt es bereits viele attraktive Angebote für Radfahrerinnen und Radfahrer. Dazu zählen Alltagsradwege, Freizeitstrecken, MTB-Trails, Wander- und Tourismusziele sowie wichtige Verkehrsknoten wie Bahnhöfe und Ortszentren. Viele dieser Angebote bestehen jedoch nebeneinander und sind nicht immer einfach miteinander verbunden.Besonders ohne eigenes Auto ist es oft schwierig, Ausgangspunkte von Radtouren, Trails, Wanderzielen oder Freizeitangeboten flexibel zu erreichen. Auch für Jugendliche, ältere Menschen, Gäste und Personen ohne eigenes Fahrzeug fehlt häufig eine einfache Lösung für die sogenannte „letzte Meile".Das Projekt Aichfeldbus + Fahrrad setzt genau hier an.ProjektideeDie bestehenden Regionalbusse im Aichfeld sollen mit Fahrradträgern ausgestattet werden. Dadurch können Bus und Fahrrad gemeinsam genutzt werden, um bestehende Radinfrastrukturen und Mobilitätsangebote besser miteinander zu vernetzen.Der Bus übernimmt dabei die längeren Strecken zwischen den Orten. Das Fahrrad dient für die flexible Weiterfahrt vor Ort, für den Weg zur Arbeit, für Freizeitwege oder für touristische Routen.Ziel ist nicht, eine völlig neue Infrastruktur zu schaffen, sondern vorhandene Angebote besser nutzbar zu machen.Kern des KonzeptsDer Aichfeldbus wird zum verbindenden Element zwischen:
bestehenden Radwegen
MTB-Trails
Alltagsradrouten
Freizeitstrecken
Bahnhöfen
Ortszentren
Wander- und Tourismuszielen
regionalen Ausflugszielen
Dadurch entsteht ein einfaches, flexibles und nachhaltiges Mobilitätsangebot für Alltag, Freizeit und Tourismus.Geplante UmsetzungRegionalbusse werden mit Fahrradträgern ausgestattet. Besonders geeignet wären Heckträger, bei denen mehrere Fahrräder sicher und platzsparend vertikal am Heck des Busses transportiert werden können.Die Fahrradmitnahme soll gezielt dort angeboten werden, wo sie sinnvoll ist und den regulären Betrieb nicht stört.Vorgeschlagen wird:
Fahrradträger für etwa 4 bis 6 Fahrräder pro Bus
Fahrradmitnahme vor allem am Nachmittag
Fahrradmitnahme an Wochenenden und Feiertagen
Fahrradmitnahme in Ferienzeiten
keine Fahrradmitnahme während des priorisierten Schülerverkehrs
Start als Pilotprojekt auf ausgewählten Linien
Als mögliche Pilotverbindungen bieten sich Linien zwischen wichtigen Orten und Freizeitbereichen an, zum Beispiel:Judenburg – Obdach – Hohentauern Judenburg – Schmelz – Seckau – Kobenz – KnittelfeldDie konkrete Linienführung müsste gemeinsam mit Verkehrsverbund, Gemeinden und Tourismus abgestimmt werden.Warum keine Fahrradmitnahme im Schülerverkehr?Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist die klare zeitliche Steuerung.In der Früh und zu Mittag haben Schülerinnen und Schüler Vorrang. In diesen Zeiten sind viele Busse stark ausgelastet. Deshalb soll die Fahrradmitnahme in diesen Zeitfenstern nicht angeboten werden.Mögliche Ausschlusszeiten wären zum Beispiel:
ca. 6:30 bis 8:00 Uhr
ca. 12:00 bis 14:00 Uhr
Dadurch bleibt der Schülerverkehr zuverlässig, sicher und gut planbar.Die Fahrradmitnahme wird stattdessen auf jene Zeiten konzentriert, in denen zusätzliche Kapazitäten vorhanden sind und Freizeit- beziehungsweise Tourismusmobilität besonders gefragt ist.Nutzen für die Region1. Bessere Verbindung bestehender AngeboteViele Radwege, Trails, Bahnhöfe, Ortszentren und Freizeitziele sind bereits vorhanden. Durch den Aichfeldbus mit Fahrradträgern werden diese Angebote besser miteinander verbunden.Das erhöht den Nutzen der bestehenden Infrastruktur deutlich.2. Weniger AutoverkehrWenn Menschen den Bus mit dem Fahrrad kombinieren können, müssen sie für Freizeitwege, Ausflüge oder Alltagsstrecken seltener das Auto verwenden.Das reduziert Verkehr, Parkdruck und Emissionen.3. Mehr Freiheit für JugendlicheJugendliche ohne eigenes Auto könnten Trails, Sportplätze, Treffpunkte oder Freizeitangebote einfacher erreichen. Dadurch werden sie unabhängiger von Eltern und sogenannten „Elterntaxis".4. Neue Chancen für Tourismus und FreizeitDurch die Kombination aus Bus und Fahrrad werden Einweg-Touren möglich. Gäste können zum Beispiel mit dem Bus zu einem Ausgangspunkt fahren und mit dem Fahrrad zurückfahren — oder umgekehrt.Das schafft neue Möglichkeiten für:
Radtourismus
MTB-Angebote
Tagesausflüge
Wander- und Bike-Kombinationen
regionale Freizeitangebote
5. Praktische AlltagsmobilitätAuch im Alltag kann das System helfen. Wer mit dem Fahrrad zur Haltestelle fährt, den Bus nutzt und danach wieder mit dem Rad weiterfährt, erhält eine flexible Alternative zum Auto.Besonders für kürzere Wege, Arbeitswege und Wege zwischen Ortszentren kann das attraktiv sein.Mögliche AnwendungenDas Projekt eignet sich für verschiedene Zielgruppen und Nutzungen:
Bus + Fahrrad für den Arbeitsweg
Bus + Fahrrad für Schul- und Ausbildungswege außerhalb der Stoßzeiten
Einweg-Touren zu Freizeit- und Ausflugszielen
bessere Erreichbarkeit von MTB-Trails und Radwegen
Anbindung von Wander- und Tourismuszielen
flexible Mobilität für Jugendliche
klimafreundliche Mobilität für Gäste und Einheimische
Vorschlag für ein PilotprojektEin erster Testbetrieb könnte auf ausgewählten Linien starten. Sinnvoll wäre eine Umsetzung in der warmen Jahreszeit, etwa von Frühling bis Herbst.Pilotphase
Zeitraum: April/Mai bis Oktober
Betrieb: vor allem an Wochenenden, Feiertagen und in Ferienzeiten
zusätzlich: ausgewählte Nachmittagskurse
keine Fahrradmitnahme während der Schülerverkehrszeiten
Ausstattung einzelner Busse mit vertikalen Heck-Fahrradträgern
Bewerbung über Gemeinden, Tourismus, Schulen, Vereine und Verkehrsverbund
Nach der Pilotphase sollte ausgewertet werden:
Wie oft wurde das Angebot genutzt?
Welche Linien waren besonders geeignet?
Gab es Konflikte im Betrieb?
Welche Zielgruppen haben das Angebot genutzt?
Soll das Angebot erweitert werden?
Ziel des ProjektsZiel ist ein Aichfeld, in dem Bus und Fahrrad selbstverständlich zusammenfunktionieren.Der Aichfeldbus soll nicht nur ein Verkehrsmittel sein, sondern ein verbindendes Element zwischen bestehenden Radwegen, Freizeitangeboten, Bahnhöfen, Ortszentren und Tourismuszielen.So entsteht eine Mobilität, die nachhaltig, praktisch und nah an den Menschen ist.