Das Ticket ist die Währung
Von "Ideenwettbewerb 30 Jahre Aichfeldbus"
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In Curitiba, Brasilien, veränderte ein Bürgermeister in den 1970er Jahren seine Stadt mit einer einzigen Idee: Das Busticket ist nicht das Ende einer Transaktion. Es ist der Anfang einer anderen.
Einwohner aus einkommensschwachen Vierteln tauschten Recyclingmaterial gegen Bustickets – und damit Abfall gegen Mobilität. Die Tickets brachten Arbeitnehmer zu Arbeitsplätzen ausserhalb ihrer unmittelbaren Umgebung. Wenig frequentierte Linien wurden plötzlich ausgelastet. Menschen, die vorher keine Perspektive ausserhalb ihres Viertels hatten, fanden Arbeit. Eine Stadt, die sich selbst am Laufen hielt – mit einem Stück Papier als Achse.
Die Idee für das Aichfeld: Das Busticket wird Zahlungsmittel. Nicht ein abgeleitetes Punktesystem, kein App-Bonus, kein Treueprogramm mit Verfallsdatum. Das Ticket selbst – physisch oder digital – gilt als Währung in den fünf Gemeinden. Beim Bäcker in Knittelfeld. Im Kino in Judenburg. Am Markt in Zeltweg. Am Sportplatz in Spielberg. Beim Wochenmarkt in Fohnsdorf.
Das Ticket ist Fahrschein oder Zahlungsmittel – je nach Situation.
Die Logik: Händler, die mitmachen, werden auf den Busanzeigen als Partner sichtbar. Der Aichfeldbus wird zur Zentralbank einer regionalen Mikroökonomie. Mobilität und lokale Wirtschaft sind plötzlich dasselbe.
Das Versprechen: Wer auf das Auto verzichtet, verliert nichts. Er gewinnt eine Währung, die nur hier gilt – und genau deshalb hier alles zusammenhält.
Curitiba hat es bewiesen. Das Aichfeld ist kleiner. Aber Ideen brauchen keine Mindestgrösse.
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